Cormoran von Gernot Breitfuss

Der "Traumzwanziger" wurde mit seiner Hilfe überarbeitet. Kratzen, schmiergeln und lackieren war angesagt.

 

O-Ton Gernot:  Mit dem Boot bin ich sowieso fast Tag und Nacht beschäftigt. Tagsüber als Lehrling am Kratzen und Schmirgeln und in der Nacht lackiere ich zuhause einige der 50 Bodenbretter, Regalböden oder Schranktüren. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, aus wie vielen Planken, Spanten, Wrangen, Nieten, Schrauben und anderen Teilen so ein alter Jollenkreuzer besteht und bin begeistert von der präzisen Arbeit, die die früheren Bootsbauer geleistet haben

 

Den Jollenkreuzer Cormoran habe ich im Mai 2014 gekauft und habe bereits im Sommer 2014 zwei Monate in den Boddengewässern gesegelt. Das Boot wurde 1960 von der Buchholz-Werft in Sacrow aus Mahagoni-Planken auf Eichen-Kiel und -Spanten gebaut. Schon beim ersten Regen haben wir festgestellt, dass das Deck undicht ist. Die meisten Leckagen konnten wir zwar provisorisch mit Sikkaflex abdichten aber es war klar, dass im Winter daran gearbeitet werden muss. Auch die Lackierung des Rumpfes war im Laufe der 55 Jahre zu einer 1mm starken, spröden, vergilbten und rissigen Schicht angewachsen und musste neu aufgebaut werden. Insgesamt war das Boot aber, gemessen an dem Alter, in einem hervorragenden Zustand und ich danke den 2 Vorbesitzern für die gute Pflege. Ich habe dann mit einem Freund im Winter 2014/2015 den kompletten Rumpf, das Deck, den Aufbau, den Mast und den Großbaum holzrein abgezogen und die Lackierung in vielen Schichten neu aufgebaut. Die Fugen im Deck wurden ausgeleistet und eine marode Stelle am Aufbau wurde repariert. Ich war die meiste Zeit  mit dabei und habe die Kajüte und die Pflicht innen abgezogen und lackiert. Auch einige Beschläge, die Genuaschienen und das laufende Gut wurden erneuert. Wir haben einen neuen Maststuhl, mit dem Drehpunkt oberhalb des Großbaumbeschlages, aus Esche angefertigt. Dadurch muss der Großbaum vor dem Mastlegen nicht mehr abgebaut werden.

Auf meinen bisherigen Reisen mit der Libelle und mit dem Cormoran habe ich immer den Außenborder als störend und als Sicherheitsrisiko empfunden. Zum einen musste ich zum Starten des Motors und zu Absenken und Aufholen auf dem Achterdeck knien was bei Wellengang  sehr unangenehm und gefährlich sein kann. Zum anderen ist das Manövrieren auf engem Raum fehleranfällig. Wie bedient man 2 Pinnen, beugt sich weit nach hinten um zu schalten und hat das Geschehen voraus im Blick? Ich habe mich für einen Elektroantrieb mit Fernbedienung entschieden. Am Spiegel habe ich einen Motorlift montiert, den ich mit einer Talje bedienen kann. Der Motor ist ein Cruise 2.0 RS mit 2 Batterien Power 26-104 von Torqeedo. Außerdem habe ich die Ruderpinne und den Außenborder mit einer Schubstange verbunden, so dass das Ruderblatt und der Motor parallel einschlagen.

 

Text und Bilder: G. Breitfuss

Undine von Annette und Armin


Weiter Informationen demnächst (das Redaktionsteam)

 

 

Für nähere Informationen, Details usw. hier ein Link zur Klassenvereinigung, die wir auf Grund persönlicher Erfahrungen empfehlen können.